Praxisintegrierte Ausbildung zum Erzieherberuf (PIA)

… was bedeutet PIA?

Wenn Sie bereits eine Berufsausbildung absolviert haben oder sich durch ein Freiwilliges Soziales Jahr oder anderweitig pädagogisch qualifiziert haben, besteht seit Kurzem die Möglichkeit einer sogenannten „Praxisintegrierten Ausbildung - PIA" für Erzieher/innen mit fester Vergütung.

Bei dieser Ausbildungsform handelt es sich um eine „Wechsel-Theorie-Praxis-Ausbildung" mit integriertem Berufspraktikum. Sie dauert 3 Jahre. Sie arbeiten parallel in einer sozialpädagogischen Einrichtung und besuchen die Fachschule. Ergänzend dazu haben Sie in jedem Ausbildungsjahr schulische Blockwochen sowie im 2. Ausbildungsjahr ein mehrwöchiges Fremdpraktikum in einer Einrichtung eines anderen Trägers.

… wie lange dauert die Ausbildung?

Die praxisintegrierte Ausbildung an der Fachschule für Sozialpädagogik zur Erzieherin oder zum Erzieher dauert 3 Jahre.

Verhältnis zwischen Theorie und Praxis in der praxisintegrierten Ausbildung

  • 2,0 Tage pro Woche an der Schule (Theorie)
  • 3,0 Tage pro Woche in Kindertageseinrichtungen (Praxis)
  • Praxis während der schulischen Ferienzeiten

(Insgesamt umfasst die Ausbildung mindestens 2.000 Stunden praktische Ausbildung.) Was Sie in der Schule lernen, können Sie direkt in der Praxis anwenden. Die Verzahnung von Theorie und Praxis ermöglicht aber auch, eigene Fragen aus der Praxis in der Schule zu klären.

... welche Voraussetzungen muss ich mitbringen?

Für die praxisintegrierte Ausbildung zum Erzieherberuf braucht man eine der folgenden Voraussetzungen:

  • einen Realschulabschluss oder die Fachschulreife sowie den Abschluss des Berufskollegs für Praktikanten
  • ein Berufsabschluss als Kinderpfleger/in
  • die Fachhochschulreife oder allgemeine Hochschulreife und jeweils eine praktische Tätigkeit von mindestens 6 Wochen im sozialpädagogischen Bereich
  • eine mindestens einjährige abgeschlossene Berufsausbildung im pflegerischen Bereich, wenn das Wahlfach Pädagogik und Psychologie besucht wurde sowie ein sechswöchiges Praktikum absolviert wurde
  • eine mindestens zweijährige kontinuierliche Tätigkeit als Tagesmutter / Tagesvater (über Pflegeerlaubnis zugelassen) sowie ein sechswöchiges Praktikum in einer sozialpädagogischen Einrichtung
  • eine mindestens zweijährige Tätigkeit mit Kindern in einer sozialpädagogischen Einrichtung, wobei auch ein freiwilliges soziales Jahr oder der Bundesfreiwilligendienst in einer Kindertageseinrichtung angerechnet werden kann
  • eine mindestens zweijährige abgeschlossene Berufsausbildung und ein sechswöchiges Praktikum in einer sozialpädagogischen Einrichtung
  • die Führung eines Familienhaushalts mit mindestens einem Kind für die Dauer von mindestens drei Jahren und ein sechswöchiges Praktikum in einer sozialpädagogischen Einrichtung

… was wird in der Schule behandelt?

  • Gestaltung der Betreuung und Erziehung von Kinder
  • Förderung der Entwicklung und Bildung von Kindern
  • Achtung der Unterschiedlichkeit und Vielfalt
  • Zusammenarbeit mit Eltern, Schule und weiteren Institutionen
  • Erste Einblicke in das Qualitätsmanagement von Kindertageseinrichtungen.

Neben den Grundlagen der Pädagogik, Psychologie, Methodik und Didaktik liegen wichtige Themenbereiche der Ausbildung in den Bereichen Kinder- und Jugendliteratur, Naturwissenschaft, Bewegung und Sprachförderung. Musik/Rhythmik, Spiel und Natur. Mit einer Zusatzprüfung in Deutsch, Mathematik und Englisch kann zusätzlich zur Ausbildung die Fachhochschulreife erworben werden.

Mit dem Abschluss der Ausbildung erwerben Sie sich die Berufsbezeichnung "Staatlich anerkannter Erzieher"/ "Staatlich anerkannte Erzieherin".

…in welcher Art von Einrichtungen kann ich nach der Ausbildung arbeiten?

  • Kindertageseinrichtungen
  • Erholungsheime
  • Jugendheime
  • Mutter-Kind-Heime
  • Krankenhäuser
  • Wohngruppen
  • Jugendhäuser
  • Frauenhäuser
  • Privathaushalte

… was verdiene ich in der Ausbildung?

Sie schließen als Auszubildende/r für den Beruf des Erziehers/der Erzieherin einen Anstellungsvertrag mit einem Träger über drei Jahre und erhalten ein monatliches Entgelt, das sich innerhalb der dreijährigen Ausbildung mit jedem Ausbildungsjahr steigert.

Die Höhe der Ausbildungsvergütung orientiert sich an der Vergütung eines „Verwaltungsangestell-ten in Ausbildung" im Öffentlichen Dienst. Neben dieser Vergütung ist keine Übernahme weiterer Kosten (z. B. Schulgeld) durch den Ausbildungsträger möglich.

Sie haben keine Schulferien, sondern die tariflich vorgeschriebene Zahl von Urlaubstagen (derzeit 30 Tage / Jahr)

… wie komme ich zu einer Ausbildungsstelle?

Sie bewerben sich in einer Fachschule für Sozialpädagogik, die die „PIA – Ausbildung“ anbietet. Dies sind in unserer Region derzeit folgende Schulen:

Institut für Soziale Berufe Ravensburg gGmbH
Kapuzinerstraße 2
88212 Ravensburg
Tel +49 (0) 751/36156-0
Fax +49 (0) 751/36156-27
Matthias – Erzberger-Schule
Leipzigstraße 11
88400 Biberach
Tel +49 (0) 7351/346-215
Fax +49 (0) 7351/346-342
Sophie-Scholl-Schule
Öschweg 5
88299 Leutkirch
Tel. +49/ (0) 7561/9811200
Justus – von – Liebig- Schule
Pestalozzistr. 25
88677 Markdorf
Tel. +49 (0) 7544/934-030

Wenn Ihre Bewerbung bei der Schule erfolgreich war und Sie eine Zusage für einen Schulplatz erhalten haben, dann suchen Sie sich eine Praxisstelle bei einem Ausbildungsträger – z. B. bei uns.

Wenn Sie dann eine Zusage für eine Praxisstelle haben, schließt die Schule mit Ihnen und dem Ausbildungsträger eine Schul- und Praxisvereinbarung für die Dauer der Ausbildung und der Ausbildungsträger schließt mit Ihnen einen separaten Ausbildungsvertrag ab.